Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

Zum Thema: Gott in der Stadt. Perspektiven evangelischer Kirche in der Stadt. EKD-Studie 93

Wolfgang Grünberg, Ernst Lange, Thies Gundlach und Johann Hinrich Claussen sind nur vier der Autoren im Litertaurverzeichnis zur EKD-Studie 93 „Gott in der Stadt. Perspektiven evangelischer Kirche in der Stadt“, die ich zum Teil persönlich kennen und schätzen gelernt habe, im Studium an der Uni Hamburg oder durch bisherige Lektüre. Jetzt bin ich von berufswegen als Missionsdirektor ganz gespannt, was die EKD-Studie 93 (80 Seiten sind dabei zu lesen!) an erkenntnisgewinn hergibt. Neugierig geworden bin ich auf die Studie durch einen Hinweis im Artikel in der F.A.Z. von Heike Schmoll, „Neue Aufmerksamkeit für religiöse Fragen“ in der Ausgabe vom Freitag, 18. Januar 2008. Da mehr als 85% der Deutschen in Städten leben (auch in solchen wie Wittingen oder Bergen) ist die Studie ohne Zweifel anregend für das eigene Nachdenken über Mission in urbaner Umgebung.

Auf einen Punkt macht Heike Schmoll besonders aufmerksam: „Über musikalische Angebote könnten mehr Menschen erreicht werden als bei jeder denkbaren Missionsveranstaltung. Kantoreien, Gospel- und Posaunenchöre hätten immer mehr Mitglieder, die nicht kirchlich sozialisiert seien. Beim Singen der großen Werke evangelischer Kirchenmusik ergebe sich fast zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit zentralen Inhalten des Glaubens, die etwa für projektorientierte Angebote genutzt werden müsse.“ So die Studie, nicht Schmoll selbst. Sie selbst berichtet unter der Überschrift „Predigt mit Musik“ in der Rubrik Zeitgeschehen: „Denn bei der Kirchenmusik handelt es sich um Verkündigung, um Predigt mit Musik. Sie gehört also zu den unmittelbaren Kernaufgaben der evangelischen Kirche. Es wäre fatal, wenn sie in erster Linie als missionarische Chance gesehen würde, weil sie dann um ihr Wesen gebracht wird und die alte Konkurrenz zwischen Pfarrer und Kantor verschärft wird.“

Mich freut diese Beobachtung und die Anmerkungen Schmolls darf man sich getrost auf der Zunge zergehen lassen. Hier und da wird das kirchenmusikalische Angebot (mit seiner besonderen Ausstrahlung, ohne Zweifel!) im Umfeld der SELK auch als Argument für die missionarische Ausstrahlung einer Gemeinde genutzt. Das wäre nun neu auf seine Stichhaltigkeit zu überprüfen. Ich frage mich auch, was denn das Wesen der Mission einer Stadtgemeinde ausmachen könnte… wäre das nicht doch auch die Predigt? Wenigstens Anteile davon?

Markus Nietzke

 

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