Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Stellen Sie sich lutherische Kirche ohne Bücher vor!“

Bleckmarer Missionsfest mit Gast aus Kenia

17. Juni / lkm – Lutherische Kirche ohne Bücher? „Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe in Ihrer Kirche keine Gesangbücher, keine Agende, keine Kinderbibel, kein Studien- und Unterrichtsmaterial, keinen Katechismus.“ Tuomo Simojoki aus Finnland, derzeit leitender Mitarbeiter der Lutheran Heritage Foundation (LHF) in Nairobi (Kenia) strapazierte auf dem Bleckmarer Missionsfest das Vorstellungsvermögen seiner Zuhörer, denn eine lutherische Kirche ohne die allernotwendigste Literatur war wohl für keinen der Gäste so recht vorstellbar. Doch in den wachsenden lutherischen Kirchen Afrikas ist das Unvorstellbare weithin der Normalfall. Um hier Abhilfe zu schaffen, lässt die LHF, wie es ihr Satzungszweck ist, lutherische Literatur herstellen, die den Kirchen kostenlos zur Verfügung gestellt wird – samt Einweisung in den Gebrauch. Das ist eine Herkulesaufgabe. Selbst die Tausenden von Katechismen, die von der LHF derzeit auf Kisuaheli hergestellt werden, reichen nur für eine von vielen lutherischen Diözesen in Kenia und den angrenzenden Ländern. Tuomo Simojoki, der mit seiner Familie derzeit in Europa ist, war auf Einladung der LKM Gast auf dem Bleckmarer Missionsfest am 14. Juli.

Missionsdirektor Zieger übersetzte den Vortrag des Gastes auf Deutsch, bevor er selber einen Überblick über den Stand der Arbeit in den verschiedenen LKM-Missionsprojekten und der Beziehungen zu den Kooperationspartner gab. Viele Projekte erhalten personelle und/oder finanzielle Unterstützung, etwa aus den USA oder Brasilien.

Missionar Christoph Weber setzte den thematischen Schwerpunkt des Tages mit einem ausführlichen Bericht über die Arbeit im neusten LKM-Missionsprojekt, der „Lutherkirche“ am Rande der Innenstadt von Durban (Südafrika). Diese Kirche mit ihren angrenzenden Räumen und dem Pfarrhaus wurde im vergangenen Jahr endgültig von der ELCSA-NT (Evangelisch-Lutherische Kirche Südafrikas / frühere „Hermannsburger“ Kirche) übernommen. Da die bisherige Kirchengemeinde durch den Fortzug vieler Gemeindeglieder sehr geschrumpft war und die Kirche nicht halten konnte, ergab es sich, dass die LKM sie kaufen und für ein innerstädtisches Missionsprojekt erhalten und neu in Dienst nehmen konnte.

Das Missionsfest begann mit einem Gottesdienst in der St. Johanniskirche, in dem Missionsdirekor Zieger predigte. Kurzfristig konnte der Gottesdienst nicht wie üblich im Freien stattfinden, da es morgens einige Schauer gegeben hatte und die Wiese nass war. So mussten die etwa 200 Gäste in die Kirche ausweichen und dort enger zusammenrücken. Als Kontrapunkt zum eher bedeckten Wetter erwies sich die Missionsfestgemeinde als gut aufgelegt und spendenfreudig: Die Kollekte des Tages erbrachte 5.007,40 Euro!

 

Ein paar Eindrücke vom Tag:

Tuomo Simojoki (r): „Stellen Sie sich lutherische Kirche ohne Bücher vor!“

 

In die Kirche musste noch zusätzliche Stühle für die zahlreichen Gäste gestellt werden.

 

Auf dem Weg zum Kindergottesdienst

 

Missionsdirektor Zieger predigte

 

Missionar Christoph Weber über den Hintergrund des Projekts „Lutherkirche“ in Durban

 

Zwischendurch: Interessierte Besucher beim Stand mit Briefmarken und antiken Büchern …

 

… und bei den handgemachten Ketten – alles zu Gunsten der Missionsarbeit im Angebot.

 

Mittagsbuffet im Speisesaal. Hier ist das größte Gedränge schon vorbei.

 

Mit 6 Wochen der jüngste Missionsfestbesucher.

Text und Fotos: (C) LKM/Martin Benhöfer

 

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