Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Out of Africa“ – Bibelschule in Kenia

Bis zum 11. Juni ist Missionsdirektor Zieger auf Dienstreise in Afrika. Auf dem Reiseplan stehen Besuche der LKM-Projekte und -Mitarbeiter sowie ein zweiwöchiger Dienst in Mosambik (Unterricht im Rahmen der dortigen Pastorenausbildung). Zu Anfang der Reise kam es bereits in Kenia zu einer Begegnung mit James May, einem Missionar der amerikanischen Missouri-Synode. Missionsdirektor Zieger schickte folgenden Bericht:

Ungefähr eine Stunde entfernt von Nairobi, in einem Gebiet das „Karen“ heißt, (wie der Vorname der Autorin des in Kenia spielenden Bestsellers “Out of Africa” | „Jenseits von Afrika“, Karen Blixen), baut Missionar James May eine Bibelschule auf, die Missionsrepräsentant Chrisoph Weber und ich Mitte April für drei Tage besucht haben.

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Rev. James May vor dem Gemüsegarten auf dem Bibelschul-Gelände

 

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Die Teilnehmer der „Lutherans in Africa“-Tagung besichtigen die Fortschritte beim Aufbau des Bibelschul-Areals.

 

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Hier entsteht gerade das Bibliotheksgebäude.

 

Wie kam es dazu?

Bereits seit mehreren Jahren hat unsere Mission immer wieder Kontakt zu Missionar Rev. James May. Er stammt aus der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode, der US-amerikanischen Schwesterkirche der SELK. Zusammen mit seiner finnischen Frau und seinen sieben Kindern lebt er in Nairobi und hat sein Leben der Mission gewidmet. Er ist Leiter der Organisation “Lutherans in Africa” (LIA), die besonders in der Ausbildung von zukünftigen Multiplikatoren (Diakonen, Deaconesses, Evangelisten und Pastoren) arbeitet. Rev. May tut diese Arbeit auf Reisen durch Kenia, Tansania, Ruanda, Sambia und andere afrikanische Länder, und, seit einem Jahr, an seiner eigenen Bibelschule in Karen-County, nahe Nairobi.

Einmal im Jahr tagen dort der “Lutheran Heritage Foundation – Africa” (LHF-A| deutsch: Stiftung Lutherisches Erbe), und die „Lutherans in Africa“ (LIA).

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Missionsdirektor Roger Zieger (vorn) und LHF-Direktor Rev. Matthew Heise (dahinter) mit einem weiteren Teilnehmer der Konferenz. Der Tagungsraum gehört noch zu den Provisorien.

 

Die LKM pflegt seit mehreren Jahren enge Verbindung zur LHF und deren Direktor Reverend Matthew Heise – Sie werden sich vielleicht daran erinnern, dass er vor zwei Jahren auf dem Missionsfest in Bleckmar und in einigen Gemeinden in Deutschland über seine Arbeit berichtet hat. Dank dieser Verbindung konnten wir z.B. 5000 Exemplare einer umfangreich erweiterten Fassung des Kleinen Katechismus in Farsi drucken und auch über die deutschen Grenzen hinaus verteilen. Auch in Afrika hilft die LHF mit der Übersetzung und Publikation lutherischer Literatur – der LKM hilft sie besonders in Mosambik oder in Südafrika – aber das sind nur wenige von insgesamt jährlich ca 150 Projekten dieser Stiftung. Da auch Rev. Heise zu diesem Treffen nach Kenia fahren wollte und uns eine Teilnahme anriet, entschlossen wir uns zu dieser Reise. Rev. Heise erklärte, dass wir dort viele Kontakte knüpfen könnten. Zudem hatten wir schon früher eine eine Anfrage der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA) bezüglich eventueller Missionsmöglichkeiten in Ruanda bekommen – und von dort würden ebenfalls Repräsentanten zum LIA-Treffen kommen.

Der Bau der Bibelschule ist noch am Anfang. Noch stehen nur das Verwaltungsgebäude und ein Teil der Außenmauern der Bibliothek. Alles andere, wie die Küche und der Versammlungsraum, ist provisorisch, aber zunächst ausreichend. Rev. May unterrichtet dort bereits und er nutzt seinen bewährten Lehrplan, dem Martin Luthers Kleiner Katechismus und die Schriften des nordamerikanischen lutherischen Theologen C.F.W. Walther „Gesetz und Evangelium“ und „Gottes Ja und Gottes Nein“ zu Grunde liegen. Direkt nach unserer Abreise sollte ein Kurs mit 25 Studenten beginnen. Alles in allem ein beeindruckendes Projekt. Es ist schon erstaunlich, dass der Kleine Katechismus nach wie vor das am meisten genutzte Lehrbuch für unseren Glauben ist, oder? Wenn ein Buch, nach fast 500 Jahren noch so aktuell ist, spricht das für sich.

Da Missionar Weber und ich zu den beiden Tagungen nur als Beobachter gekommen waren, hatten wir Zeit, uns das Konzept der Bibelschule genau anzuschauen, Erkundigungen über die Arbeitsmöglichkeiten in Ruanda einzuholen und neue Kontakte zu knüpfen. Allein aus Tansania waren fünf Vertreter angereist. Unser engster Kontakt entstandt allerdings zu Bischof Robert K. Kaumba von der „Lutheran Evangelical Church in Africa—Zambia Diocese(Lutherische Evangelische Kirche in Afrika – Sambia Diözese). Bischof Kaumba hatte von unserer Arbeit in Mosambik gehört und fragte uns, ob wir eine ähnliche Misisonsarbeit in Sambia aufnehmen könnten, nämlich in der Ausbildung zukünftiger Pastoren – eine Frage, die die Mission in den nächsten Monaten klären muss.

Abschließend bin ich froh, dass wir die Gelgegenheit hatten, die Arbeit von Rev. May einmal mit eigenen Augen zu sehen und mit ihm über sein Konzept zu sprechen, denn ein wichtiger Aspekt unseres Besuches dort war es, von ihm etwas für unsere eigene Ausbildungsarbeit zu lernen, das wir in Mosambik, Südafrika oder anderswo umsetzen könnten.

Voller Freude haben wir erleben dürfen, wieviel Hunger nach dem Evangelium in Kenia, Sambia und Ruanda herrscht und sind in der Hoffnung weitergereist, bei der Stillung dieses Hungers andernorts helfen zu dürfen – auch mit den Ideen und Erfahrungen, die wir aus Kenia mitgenommen haben.

(Fotos: Christoph Weber, Roger Zieger)

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