Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

Missionskollegium mit Kunstausstellung

Bleckmar, 15. März 2018 – Wahlen gehören zum Vereinsleben – eher als eine Kunstausstellung (von dieser unten mehr) – und so gab es auch auf der diesjährigen Hauptversammlung des Missionskollegiums am 14. und 15. März in Bleckmar einige personelle Wechsel: Nach zwei Wahlperioden und damit insgesamt 14 Jahren als Vorsitzender (Sitzungsleiter) der Missionskollegiums-Tagungen schied Hermann Borchers (Farven) aus diesem Amt aus. Zu seiner Nachfolgerin wurde die Missionsbeauftragte des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg, Ruth Keidel (Velten bei Berlin) gewählt.

Vom kommissarischen Propst der Region West der SELK vorgeschlagen und vom Missionskollegium neu in die Missionsleitung gewählt wurde Pfarrer im Ehrenamt Winfried Küttner, PhD, (Mönchengladbach). Er folgt auf Manfred Neubauer (Düsseldorf), der bereits vor zwei Jahren aus der Missionsleitung ausgeschieden war und die Aufgaben des Vertreters der Region West seither – Mangels eines Nachfolgers – kommissarisch weiter wahrgenommen hatte.

Von Missionsdirektor Roger Zieger aus der Missionsleitung verabschiedet wurde der Vertreter der Kirchenleitung, Propst Johannes Rehr (Sottrum). Wie die Mitarbeit der Kirchenleitung in der Missionsleitung in Zukunft geregelt werden wird, ist derzeit eins der Themen einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern von Missions- und Kirchenleitung. Im bisherigen Umfang erscheint der Kirchenleitung die Mitarbeit in der Missionsleitung nicht mehr möglich. Bis zu einer Neuregelung wird der Kirchenleitungs-Sitz in der Missionsleitung vakant bleiben.

Außergewöhnlich wurde die Tagung durch das, was normalerweise nicht zum Vereinsleben gehört: Vor dem Gottesdienst am Abend des ersten Sitzungstages führte Magdalena Küttner (Leipzig)  in die Bilder einer Ausstellung ein, die in den kommenden Wochen in der Kapelle des Missionshauses gezeigt wird. Die Bilder sind unter Magdalena Küttners Leitung im Leipziger LKM-Begegnungszentrum „Die Brücke“ entstanden, gemalt und gezeichnet von christlichen Flüchtlingen aus dem Iran. Sie haben sich in ihren Bildern mit dem 23. Psalm und dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald auseinandergesetzt. Magdalena Küttner erklärte: „Die Flüchtlinge wollten gar nicht so viel über ihre Flucht-Traumata reden oder malen, sondern viel mehr über ihre Hoffnung. Das drückt sich in den Bildern aus.“ In der Tagesordnung war mehr als eine halbe Stunde frei gelassen worden, um die Ausstellung zu eröffnen und den Anwesenden Zeit zu geben, die Bilder und die erläuternden Texte anzusehen. Die Ausstellung kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Nach dem Gottesdienst berichteten der Leipziger LKM-Missionar Hugo Gevers und Magdalena Küttner aus ihrer derzeitigen Arbeit unter Flüchtlingen und Einheimischen aus Leipzig-Volkmarsdorf, einem Stadtviertel nicht weit vom Hauptbahnhof, dessen Mittelpunkt die von der „Brücke“ mit genutzte Lukaskirche ist. Auch hat die „Brücke“ seit wenigen Wochen neue Mitarbeiterinnen aus den USA, die das Team vor Ort verstärken: Kim Bueltmann und Deirdre Christiansen steigen nach und nach in die Arbeit ein; zurzeit eignen sie sich noch Sprachkenntnisse an. Kim Bueltmann war bereits in den 90er Jahren für zwei Jahre im damaligen LKM-Missionsprojekt Gifhorn tätig.

Am zweiten Sitzungstag hielt Missionsdirektor Roger Zieger seinen Jahresbericht. In einer theologischen Einleitung beleuchtete Zieger die vermeintlich „tauben Ohren“, auf die das Evangelium heute in der westlichen Welt stoße. Noch vor wenigen Jahrzehnten habe die Meinung vorgeherrscht, der Mensch sei „unheilbar religiös“ (Auguste Louis Sabatier) und empfinde Unglauben als einen persönlichen Mangel. Heute zeige sich aber, dass es viele Menschen gebe, die keinerlei Beziehung zu irgend einer Art Religion oder Religiosität haben und dies keineswegs als Mangel, sondern als „normal“ empfinden, ohne etwas zu vermissen. Jedoch, so Zieger, seien nicht die Ohren taub, sondern es sei zumeist die Art der Ansprache, die an den Menschen vorbei gehe.

Im zweiten Teil des Berichts stellte der Missionsdirektor die laufenden Projekte, im dritten Teil die Planungen neuer Arbeitsgebiete vor. Insgesamt ist die LKM in 15 verschiedenen, größeren und kleineren, Projekten engagiert. Das größte Projekt ist derzeit die im vergangenen Jahr erworbene Lutherkirche in Durban, wo eine breit angelegte, kultur- und sprachübergreifende innerstädtische Missionsarbeit teils seit dem Sommer 2107 schon vorhanden, teils am Entstehen ist.

Weitere Eindrücke von der Tagung hier in Bild und Text:

Ein letztes Mal am Pult als Leiter der Missionskollgiumssitzung: Hermann Borchers

 

Missionsdirektor Zieger und Ruth Keidel, die Nachfolgerin von Hermann Borchers

 

Die Perspektive des Vorsitzenden…

 

Neu in die Missionsleitung gewählt: Winfried Küttner

 

Verabschiedung nach 14 Jahren

 

Zum Abschied ein Geschenk: Missionsdirektor Zieger dankt Propst Johannes Rehr (l.), der nach ebenfalls 14 Jahren aus der Missionsleitung ausscheidet.

 

Für Manfred Neubauer (l.) schon die zweite Verabschiedung, diesmal aus dem Dienst als kommissarisches Missionleitungsmitglied

 

Der kommissarische Propst der Region West, Burkhard Kurz (Dortmund), überreicht Manfred Neubauer ein Bronzekreuz als Zeichen des Dankes für dessen jahrelange Tätigkeit als Vertreter des früheren Sprengels West in der Missionsleitung.

 

Magdalena Küttner erläutert die Ausstellung

 

Viele Bilder variieren Ausschnitte des Isenheimer Altars, so wie das hier gezeigte.

 

Texte, die von den Künstlern selbst verfasst wurden, erklären Hintergründe und Bildaussagen.

 

In der Predigt des Gottesdienstes nahm Missionsdirektor Zieger die Gemeinde mit auf eine Wanderung mit Jesus Christus über einen Acker von vier unterschiedlichen Qualitätsstufen.

 

Jahresbericht mit theolgischem Schwerpunkt: Missionsdirektor Roger Zieger

 

Grußwort: Missionar Toni Lindholm, der von einer lutherischen Missionsgesellschaft aus Finnland ins LKM-Missionsprojekt nach Mönchengladbach entsandt wurde.

 

Die Lutherische Kirchenmission (Bleckmarer Mission) e.V. (LKM) mit Sitz in Bergen-Bleckmar ist das Missionswerk der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Missionare der LKM sind in Südafrika, Mosambik, Brasilien, und Deutschland tätig, jedoch kooperiert die LKM auch mit Partnerkirchen aus anderen Ländern in missionarischen Projekten, vorwiegend in Afrika. Das mindestens einmal jährlich tagende Missionskollegium (die Vereinsversammlung) besteht aus der Missionsleitung (Vorstand), dem Bischof und den Pröpsten sowie aus den Superintendenten und Missionsbeauftragten der Kirchenbezirke der SELK.

Fotos: Martin Benhöfer

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