Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

Mission mit Migranten in Berlin

„Nachdem zwei persische Gemeindeglieder aus Leipzig nach Berlin gezogen sind, sahen wir hier in Leipzig dadurch eine offene Tür auch in Berlin einen Missionseinsatz zu beginnen“ sagt Missionar Hugo Gevers. Nachdem es vorab klärende Gespräche mit dem Pfarrer der St. Mariengemeinde (SELK) Berlin-Zehlendorf, Pfarrer Dr. Gottfried Martens und hernach die notwendige Klärung mit dem Kirchenvorstand der Berliner SELK-Gemeinde gab, konnte es am Sonntag, den 6. April 2008 ganz offiziell losgehen. Die St. Mariengemeinde hat seit 14 Jahren Erfahrungen mit Migranten, vor allem mit Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion, aber nicht nur. Jüngst gab es Kontakte zu Migranten aus Madagaskar. Sie sieht zusammen mit der Lutherischen Kirchenmission (LKM) nun ein mögliches neues Arbeitsfeld unter Miganten aus weiteren Ländern, wie Iran. Aus diesem Grund wird Missionar Gevers monatlich in Berlin einen Besuch bei den dort lebenden und zur Gemeinde gehörenden Persern machen und Möglichkeiten für eine weitere Ausbreitung der missionarischen Arbeit unter und mit Migranten ausloten.

„Nach dem Gottesdienst hielten wir eine Bibelstunde für die beiden persischen Gemeindeglieder. Die beiden haben so die Gelegenheit, die Predigt noch einmal langsam auf Deutsch (mit einigen stolperigen persischen Erklärungen) zu hören“, beschreibt Hugo Gevers den Tag. „Eventuell wäre es doch noch notwendig, einen persischen Übersetzer beim nächsten Einsatz mitzunehmen“ meint der Missionar, der dabei ist, Farsi zu lernen.

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Ein Besuch bei Pfarrer Sepheri aus der persischsprachigen presbyterianischen Gemeinde in Berlin schloß sich daran an. Sepheri war lange in Iran tätig und hatte dafür Haftstrafen zu erdulden. Damit ist er eine wichtige Kontaktperson für alle, die mit persischen Christen arbeiten wollen. Gevers ist überzeugt: „Ein missionarischer Einsatz in Berlin unter Migranten aus Iran darf so eine wichtige Person nicht außer Acht lassen.“

Gefragt, warum der Weg von Leipzig nun auch nach Berlin führt, antwortet der gebürtige Südafrikaner: „Die Antwort liegt auf der Hand. Heute leben über 8000 Iraner in Berlin. Seit dem Ersten Weltkrieg sind Perser in Berlin. Heute besteht die persische Bevölkerung in Berlin aus einem bunten Gemisch langjährig etablierter Geschäftsleute, Ärzten, Ingenieuren usw., aber auch zum Teil aus Asylbewerbern, die um ein Bleiberecht nachsuchen“. Berlin bietet unterschiedliche Angebote, sich intensiv mit persischer Kultur zu befassen. In einigen Stadtteilen ist die persische Kultur unverkennbar gegenwärtig. Lebensmittelläden, Restaurants und Bücherläden bieten vielfältige Erkundungsmöglichkeiten und sind dafür eine gute Anlaufstelle. Den ersten Besuch in einem Bücherladen empfindet Gevers für weitere Überlegungen hilfreich: „Ich konnte einen persischen Schriftsteller kennenlernen. Bei einer Tasse Tee hat mir dieser interessante Mann einen Teil seiner Lebensgeschichte und seine Bücher vorgestellt. Außerdem gab er mir einige wichtige Tipps, welche Lehrbücher für die persische Sprache wichtig sind“. Das alleine ist schon ein Grund zur Freude. Aber Missionar Gevers weiß auch um den missionarischen Auftrag und sein Anliegen. Dennoch: „Natürlich kann man bei so einem Menschen nicht gleich mit der Verkündigung des Evangeliums mit der Tür ins Haus fallen. Ein Kennenlernen, eine Kontaktaufnahme und vielleicht eine Freundschaft sind Grundlagen, die zunächst einmal gelegt werden müssen. Das alles braucht Zeit und Geduld.“ Für sich selbst bittet der Missionar um weitere Fürbitte seitens anderer Christen: „Betet für mich/uns, damit wir die nötige Geduld und Weisheit für diesen Einsatz haben können.“

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