Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

Gott spricht auch meine Sprache.

Gott spricht auch meine Sprache.
Neuübersetzung des Neuen Testaments mit Psalmen in Kalanga druckfrisch erschienen.

Wer in Botswana lebt, weiß, dass es harte Arbeit ist, ein neues Stück Land zum ersten Mal zu pflügen. Da sind Steine zu lesen, Dornbäume zu entfernen, und der fast steinharte Boden mühsam aufzubrechen. Doch auch in den nächsten Jahren müssen weiter Steine entfernt und Baumstümpfe gerodet werden, die beim ersten Mal stehen geblieben sind.

1929 war die erste Übersetzung der Evangelien und der Offenbarung in der Kalanga-Sprache erschienen. 1985 wurde sie zum letzten Mal nachgedruckt. Gleichzeitig begann die Arbeit an einer neuen und kompletten Übersetzung des Neuen Testaments, die 1999 erschien. Diese Arbeit geschah im Namen der Lutherischen Kirche, mit Beteiligung von Schwesterkirchen in Amerika, Deutschland und dem südlichen Afrika. Die Lutherische Kirchenmission -Bleckmarer Mission- e.V. entsandte Klaus Pahlen als Missionar und Koordinator in das Übersetzungsprojekt.

Zugleich begann die Bibelgesellschaft von Botswana, sich immer mehr zu beteiligen, und mit dem Beginn der Arbeit am Alten Testament wurde das Übersetzungsprojekt von ihr übernommen. Ein neues Übersetzerteam (Tafuluka Kubuya, Phillip Mothetho, Mbakiso Nkanga, Portia Tema Baseki), Ausbildungskurse in biblischem Griechisch und Hebräisch in Nairobi, Computer und hervorragende Computersoftware boten für die Übersetzungsarbeit ganz neue Voraussetzungen. Der Gesamteindruck der Beurteilungen und Rückmeldungen der neutestamentlichen Übersetzung veranlassten die Bibelgesellschaft von Botswana wenige Jahre später, die Arbeit am Alten Testament auszusetzen und das Neue Testament von Grund auf zu revidieren. „Tolimulula“, sagte damals die Übersetzerin im Team, „wir pflügen noch einmal neu“.

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Foto: Zu Beginn der Feierlichkeiten am 8. August marschiert eine Kapelle ein

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Foto: Eherngäste erwarten den Beginn der Feierlichkeiten.

Nun ist die Neuübersetzung im Druck erschienen, die Psalmen sind dem Neuen Testament hinzugefügt worden, und man merkt es der Neuen Übersetzung an: Hier ist anhand des griechischen Urtexts gearbeitet worden, hier ist in intensiver Arbeit mit Muttersprachlern in vielen Orten eine flüssige und natürliche Sprache erreicht worden, hier haben Übersetzer gearbeitet, die es gedrängt hat, Menschen Gottes Wort in ihrer Muttersprache zu bringen.

Doch noch etwas anderes hat sich in der Zwischenzeit getan. Am 10. Juli fand in Francistown ein traditionelles Kalanga-Dinner statt, bei dem der Eintrittspreis beitragen sollte, die Kosten für die öffentliche Vorstellung am 8. August mit zu begleichen. Ehrengast und -sprecher war dort Mpaphi Phumaphe, Richter am höchsten Gericht im Land. Lokale Presseberichte dienten zur weiteren Bekanntgabe des Festakts.

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Foto: Erinnerungen an den 10. Juli 2009: Fundraiser für den Event am 8. August: Ein Kalangadinner.

Am 8. August 2009 wurde erneut in Francistown, Botswana deutlich, wie sehr sich die Arbeit und Mühe bezahlt gemacht hat: Vor zehn Jahren waren rund 70 Leute zusammengekommen, um die öffentliche Vorstellung des Kalanga-NT „Ndebo Mbuya“ zu erleben; nun füllten rund 1000 Leute das gewaltige Festzelt. Der Außenminister Botswanas war anwesend und verwies in seiner Rede nicht nur auf den Missionsbefehl im Evangelium nach Matthäus im Kapitel 28, sondern las ihn auch selbst vor.

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Foto: Minister Skelemani

Die Ministerin für Jugend, Sport und Kultur war da und wies auf die Bedeutung der Sprache für die Kultur und den Glauben hin.

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Foto: Am Rednerpult mit rosafarbener Jacke: Gladys Kokorwe, Ministerin für Jugend, Kultur und Sport. Rechts sitzend Vertreter der Lutherischen Bibelübersetzer (gesamte erste Reihe)

Übersetzungsberater und Mitarbeiter der Bibelgesellschaft waren aus verschiedenen Ländern angereist, sämtliche Mitarbeiter der Lutheran Bible Translators (LBT) [zu Deutsch, die „Lutherischen Bibelübersetzer“] in Botswana waren anwesend sowie zwei Vertreter aus den USA. Mitarbeiter an der Übersetzung der Heiligen Schrift in zwei weitere Minderheitensprachen in Botswana – Shiyeyi und Naro – waren ebenfalls zu diesem außergewöhnlichen Anlass gekommen. Besonders bemerkenswert aber war die große Beteiligung vieler verschiedener kirchlicher Gruppen im gesamten Umkreis; von der römischen, lutherischen, baptistischen, reformierten und anglikanischen Kirche bis hin zu afrikanischen unabhängigen Gruppen. Längst nicht alle von ihnen sind Kalangasprecher, doch alle beteiligten sich an diesem Ereignis. Chöre sangen Lieder, die eigens für diesen Anlass in Kalanga übersetzt worden waren, und mancher Sänger hatte sich beim Üben mit der Sprache abgemüht, die er selbst nicht spricht.

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Foto: Regierungsvertreter und Ehrengäste.

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Foto: Erwartungsvolle Menge.

Gewiss wird in einer nächsten Revision noch manches zu tun bleiben. Eine erste Durchsicht zeigt noch manche Steine, die künftig weggewälzt werden müssen. So ist etwa das Wort für „Prophet“ weiterhin mit „Wahrheitsvorhersager“ übersetzt worden, und wo die Heilige Schrift von „Wein“ redet – auch in der Einsetzung des Altarsakramentes -, ist in dem Bemühen, Fremdwörter zu vermeiden, der Name für den vergorenen Saft einer einheimischen Beerenart verwendet worden. Hier wird viel klare und deutliche Predigt und Unterweisung in den Gemeinden nötig sein.

„Dass die Übersetzung diesen Meilenstein erreicht hat, ist ein großer Grund zur Dankbarkeit“ meint Missionar Daniel Schmidt in Francistown, der an der Feier teilnahm. Man dürfe hoffen, dass eine komplette Ausgabe der Heiligen Schrift nicht mehr zu lange auf sich warten lassen wird – die Übersetzer haben inzwischen auch schon eine Erstübersetzung der meisten alttestamentlichen Bücher erreicht. So wird das Motto wahr, das über diesem 8. August stand: „Ndzimu banolebeleka lilimi gwangu naigo“ – Gott spricht auch meine Sprache.KalangaNTundPsalmen

Foto: Neues Testament und Psalmen in Kalanga

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Foto: Gleich am ersten Tag begann der Verkauf des Neuen Testaments mit Psalmen.

Francistown, Botswana / Bergen-Bleckmar (Kreis Celle) -lkm / selk- 9.8.2009. Alle Fotos: Missionar Daniel Schmidt.

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