Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Go global“: In der lutherischen Theologie inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Prof. Dr. Werner Klän zum fünften Mal in Afrika.

„Go global“: In der lutherischen Theologie inzwischen eine Selbstverständlichkeit.
Prof. Dr. Werner Klän zum fünften Mal in Afrika.

Bergen-Bleckmar (Kreis Celle) -lkm- 5.3.2010: Zu seinem fünften Einsatz am Lutheran Theological Seminary Tshwane (LTS, Pretoria, Republik Südafrika) bricht Prof. Dr. Werner Klän von der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel im Auftrag der Lutherischen Kirchenmission auf. Die Ausbildungsstätte wird von der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA), der Freien Evangelisch-Lutherischen Synode in Südafrika (FELSiSA) und der Repräsentanz der Lutherischen Kirchenmission -Bleckmarer Mission- e.V. (LKM), vor Ort als „MLC“ (Mission of Lutheran Churches) getragen.

„Was immer man von ‚Globalisierung’ halten mag – sie findet statt, auch im kirchlichen Bereich“, meint der Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie an der theologischen Ausbildungsstätte der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Darum sei es außerordentlich wichtig, dass die bekenntnisbewussten lutherischen Kirchen in der Welt ihre Zusammenarbeit immer enger gestalten. Dies gelte besonders für die Ausbildung des theologischen Nachwuchses: „Theologische Ausbildung in Afrika ist die folgerichtige Fortsetzung dessen, was mit der Aussendung der ersten Missionare und Siedler von Hermannsburg, später Bleckmar im 19. Jahrhundert begann.“

Am Lutheran Theological Seminary Tshwane in der Hauptstadt Südafrikas sind derzeit mehr als dreißig Studenten aus weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara eingeschrieben. „Es ist zu spüren, dass im Laufe der Zeit zwischen dem Dozenten und den Studenten ein Vertrauensverhältnis wächst; ich empfinde es als ein großes Geschenk, diese Verbundenheit über Zeit und Raum erleben zu dürfen. Ich hoffe, dass wir eines Tages ein regelrechtes Austauschprogramm zwischen der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel und dem Lutheran Theological Seminary Tshwane zustanden bringen“, erklärt Klän. „Jedenfalls haben wir bei einer Begegnung zwischen Rev. Dr. Wilhelm Weber und der Oberurseler Fakultät erste Gedanken in diese Richtung gefasst.“

Durch die Wahl des Rektors des Lutheran Theological Seminary Tshwane, Rev. Dr. Wilhelm Weber, jr. Zum Bischof der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika befindet sich das Seminar in einem personellen Umbruch. Das Ziel müsse sein, so Klän, möglichst bald eine fest umrissene Kern-Fakultät aus afrikanischen Dozenten zu bilden. Dann könnten Gastdozenten aus den Partnerhochschulen, wie des Concordia Theological Seminary, Ft. Wayne, des Concordia Theological Seminary, St. Louis (beide USA), oder der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel das Lehrangebot sinnvoll ergänzen. Schon jetzt ergeben sich bereichernde Begegnungen mit Gastdozenten aus Nordamerika, aber auch Nordeuropa.

Etwas vom Erbe der lutherischen Reformation aus ihrem Ursprungsland in einen weit entfernten Teil der Welt zu bringen, sei eine große Herausforderung. „Für mich selbst ist Englisch, die Unterrichtssprache, die zweite gesprochene Sprache, für manchen Studenten die dritte. Es bedarf gründlicher Bemühungen, um die Hintergründe und Besonderheiten der europäisch-abendländischen Theologie in so ganz andere Denk- und Vorstellungswelten zu vermitteln“, meint der Oberurseler Professor.

Ein weiteres Anliegen seines Aufenthalts wird die Kontaktpflege zu den Studenten der FELSiSA sein, die sich an der Universität von Pretoria im theologischen Grundstudium befinden. Einige von ihnen planen, ihr Studium an der lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel fortzusetzen. „Auch die Verbindung zu den Pfarrern der FELSiSA, die zu einem Gutteil schon in meinen Oberurseler Lehrveranstaltung waren, möchte ich stärken.“ So gebe es vielfältige Gelegenheiten, die Verbundenheit unter den konkordienlutherischen Kirchen und ihrem theologischen Nachwuchs weiter zu entwickeln und enger zu gestalten.

——————–
Eine Meldung von selk_news /
Redaktion: SELK – Mission /
Autor: Prof. Dr. Werner Klän (leicht bearbeitet von Markus Nietzke, Missionsdirektor)

Antworten