Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Flüchtlinge und Seelsorge“- Konferenz in Bleckmar

Missionsdirektor Zieger eröffnete die Tagung mit einer Auslegung.

lkm 24.11.2017 – Die LKM und Missionar Hugo Gevers (Leipzig) hatten eingeladen und 20 Interessierte kamen am 24. November zur Konferenz ins Bleckmarer Missions-Gästehaus  – aus Deutschland, Dänemark und Frankreich. Missionsdirektor Zieger eröffnete die Zusammenkunft mit einer Betrachtung über das Gleichnis vom Reichen Kornbauern (Lukas 12,15-21) und erläuterte, was eigentlich der Fehler des Bauern in seiner Vorsorge war: „Er tat es für sich selbst.“ Das solle aber in der Missionsarbeit nicht sein. Ziel sei nicht, die eigene Kirche oder Gemeinde zu erhalten (das könne Gott allein), sondern das Evangelium zu predigen – also schlicht dem Auftrag Jesu zu folgen.

Hugo Gevers stellte die einzelnen Phasen einer Flucht und des dann folgenden Asylverfahrens dar – was sich über Jahre hinziehen kann und für die einzelnen Flüchtlinge allein schon dadurch eine zusätzliche schwere Belastung sei. Gevers stellte die Herausforderungen dar, die sich sowohl für die Flüchtlinge als auch für Gemeinden ergeben können, die Geflohene aufnehmen. Der Weg zwischen Euphorie und Enttäuschung sei oft nicht weit, aber viele Missverständnisse könnten vermieden werden, etwa wenn es um kulturelle Unterschiede gehe oder darum, dass auf beiden Seiten sehr unterschiedliche Hoffnungen und Erwartungen im Spiel seien. Es sei oft schwierig, eine Arbeit mit Flüchtlingen in die Gemeinde zu „integrieren“. Man müsse auch da realistisch bleiben und eingestehen, dass man nicht alles könne. Hugo Gevers: „Wir sind nicht Profis auf jedem Gebiet, wir können nicht alles, wir sind zB. nicht Profi-Psychologen oder Pädagogen. Aber wir sind Profis, unter dem Kreuz zu stehen und das Evangelium miteinander zu teilen.“ – Im Rundgespräch trugen die Teilnehmer der Konferenz eigene Fragen und Erfahrungen bei.

Ein Teilnehmer wies auf eine kostenlos herunterzuladende Broschüre des Berliner Flüchtlingsrates hin, die auch bundesweit sehr hilfreich sein könne für alle, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind und „sich im ‚Dschungel‘ der deutschen Gesetze, Vorschriften und Behörden“ zurechtfinden wollen.

Sowohl über eine facebook-Gruppe als auch eine whatsapp-Gruppe wollen die Teilnehmer in Kontakt und im Austausch bleiben. Beides wird in Kürze erstellt. Weitere Interessenten können gern mitmachen. Im kommenden Jahr soll eine weitere Konferenz stattfinden.

Fotos: Martin Benhöfer

Missionar Hugo Gevers erläuterte die Phasen, die jemand von der Flucht bis zur Entscheidung über den Asylantrag durchläuft. Er thematisierte außerdem Fluchtursachen und welche Erwartungen und Hoffnungen Flüchtlinge mitbringen.

Tagungssprachen waren Deutsch und Englisch. Missionsdirektor Zieger übersetzte in die jeweils andere Sprache.

Hoffnungen – Erwartungen – Perspektiven

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