Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

EINE ANDERE IRANISCHE KONFERENZ

In diesen Tagen treffen sich Diplomaten aus aller Welt in Wien, um die nächste Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages vorzubereiten. Ein Mann aus Persien lässt die ganze Welt mit seinem Machtgehabe fürchten! Weil so wenig Menschen Perser kennen, müssen sie einfach den ganzen Iran mit einem Atomkrieg oder mit fundamentalistischen Mullas in Verbindung bringen.
In diesen Tagen gab es in Bleckmar eine Konferenz ganz anderer Art. Die meisten Teilnehmer kamen aus dem Iran. (Eine vietnamesische Mutter war mit ihrem Kind die einzige Ausnahme). Was das Wochenende für diese Menschen bedeutet hat, habe ich erst beim Abschied gemerkt. Schon im Auto haben meine Mitreisenden unaufhörlich auf Persisch gequasselt. Aber immer wieder habe ich verstanden, dass sie über unsere Thematik am Wochenende oder über das wunderschöne Missionsfest in Tarmstedt geredet haben. Ein älterer Herr, den ich schon lange kenne, war mit dabei. Er hat mir immer wieder gesagt, dass er noch nicht getauft werden will, weil er sich noch nicht sicher ist, ob es der richtige Weg für ihn sei. Der lag mir am Schluss in den Armen und hat mich auf typisch iranischer Weise auf der Wange geküsst! „Man hastam benabarin choschhal ke shoma ra abadan!“(Ich bin so froh, dass ich Sie kenne!), hat er dabei gesagt. Das Wochenende war die erste Konferenz, der in Deutschland lebenden persischen Christen, in Bleckmar. Wie man sieht, waren auch Nichtchristen dabei. In den Themenblöcken wurde die Geschichte der Christen in Iran zusammengefasst. Dazu auch die gegenwärtige Situation der Christen in und außerhalb Irans. Information und ein lebendiger Austausch über die Asylverfahren und über die Integration der persischen Menschen in Deutschland war den Menschen ganz wichtig. Das Wochenende fand einen besonderen Abschluß in den Gemeinden Tarmstedt und Sottrum. Am Tag davor habe ich den Leuten immer wieder gesagt, welch eine wichtige Rolle die christliche Gemeinde für die Integration spielt. Denn da bin ich ja „unter Familie“. Ich darf ganz offen reden und mir auch etwas sagen lassen. Die Gemeinden Tarmstedt und Sottrum haben das wirklich unter Beweis gestellt. Mit großer Liebe haben sie uns in ihren Armen und in ihren Gebeten aufgenommen! Herr Mazda Sarwatyan berichtete bewegt davon, wie er mit viel Angst und Zittern in kleinen Gruppen in Iran das Christentum kennengelernt hat. Nun ist er frei und hat eine neue Familie gefunden. „Meine Familie seit jetzt ihr!“ hat er unter Freudentränen gesagt. Seine Worte haben viele Menschen bewegt und haben das Missionsfest erst wirklich zu einem Fest gemacht!

Hugo Gevers, Missionar

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