Aufgaben in Deutschland

Deutschland ist Missionsland. Dieser Tatsache stellt sich die LKM seit etlichen Jahren durch spezielle missionarische Projekte.

Gifhorn

Das erste missionarische Projekt der LKM in Deutschland begann 1994 mit einer Arbeit unter deutschen Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion im Landkreis und der Kreisstadt Gifhorn. Pfarrer Markus Nietzke wurde dorthin als Missionar entsandt. Ein Jahr später konnte ein Haus für dieses Projekt erworben werden. 1996 konstituierte sich die Philippusgemeinde Gifhorn als Gemeinde der SELK. 2001 zog sie nach Gamsen in größere Räumlichkeiten um. Sie zählte 2003 bereits über 100 Glieder. Ihre missionarische Arbeit beschränkt sich keineswegs auf Spätaussiedler. Die Gemeinde möchte vielmehr allen kirchenfernen Menschen eine geistliche Heimat bieten. Nachdem der Gründer der Gemeinde (Pfarrer Markus Nietzke) als Missionsdirektor nach Bleckmar wechselte, wurde die Arbeit von Missionar Markus Büttner bis 31.9.2008 weitergeführt. Damit endete das Missionsprojekt in Gifhorn unter Obhut der Lutherischen Kirchenmission. Am 1.10.2008 übernahm die SELK die Verantwortung für dieses Missionsprojekt und stellt nun den Pfarrer und die geistliche Betreuung der Gemeinde sicher.

Da die bisherigen Räumlichkeiten für Gottesdienste und andere gemeindliche Veranstaltungen nicht mehr ausreichten, hat die Gemeinde Anfang 2001 in Gamsen, einem Ortsteil von Gifhorn, eine ehemalige Bäckerei erworben. Die Philippusgemeinde Gifhorn ist Körperschaft des Öffentlichen Rechts und hat eine eigene Homepage: www.lutherischegemeinde.de

Berlin-Marzahn

Von November 1999 bis September 2014 arbeitete die LKM in Berlin-Marzahn. Dieser östliche Stadtbezirk von Berlin hat etwa 130 000 Einwohner. Nur ein sehr kleiner Teil von ihnen gehört einer Kirche an. Mehr Information über Berlin-Marzahn bietet die Homepage des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf.
Missionar Hartwig Neigenfind wurde 1999 von der LKM in dieses Projekt entsandt und arbeitete dort bis Ende 2009, von 2010 bis 2014 betreute Missionar Hugo Gevers die vakante Stelle von Leipzig aus, neben seiner dortigen Arbeit.

Die während der Arbeit der LKM entstandene  „Evangelisch-Lutherische Missionsgemeinde Marzahn“ zählt zur Zeit etwa 60 Glieder und ist Teil des Kirchenbezirks Berlin-Brandenburg der SELK. Zusammen mit der Gemeinde Angermünde bildet sie seit 2014 einen Pfarrbezirk. Die Missiongemeinde Marzahn hat eine eigene Homepage, wo Sie mehr Information erhalten können.

Die Aufgabe in Marzahn bleibt auch heute, Kontakte zu knüpfen, Vertrauen zu Nichtchristen aufzubauen, auf konkrete Nöte einzugehen, Gelegenheiten zum Zeugnis vom christlichen Glauben zu suchen und zu ergreifen. So engagiert sich die Gemeinde nach wie vor mit dem Projekt „Laib und Seele“ im Rahmen der „Berliner Tafel“ für Bedürftige.

 

Cottbus-Döbbrick

Der Ort Döbbrick gehört zur Großstadt Cottbus im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Eine kleine Gemeinde der SELK gibt es dort seit dem 19. Jahrhundert. Sie ist Teil des Pfarrbezirks Cottbus. Ihre Gliederzahl war jedoch im Laufe der Zeit sehr stark zurückgegangen.

Döbbrick hat erheblichen Zuzug von Menschen erfahren, die der großstädtischen Umgebung eine vorstädtisch-ländliche vorziehen. Neue Wohngebiete mit Ein- und Mehrfamilienhäusern sind entstanden beziehungsweise noch geplant. Mehr als 3000 Einwohner soll der Ort einmal haben. Nur knapp 3 Kilometer entfernt liegt ein alter Stadtteil von Cottbus mit etwa 20 000 Einwohnern. Der größte Teil der Bevölkerung von Cottbus gehört keiner Kirche an.

Im April 2001 wurde Pfarrer Holger Thomas als Missionar der LKM nach Döbbrick entsandt. Auch hier geht es darum, Kontakte zu knüpfen, Gelegenheit zu suchen, Christus mit Wort und Tat zu bezeugen und lutherische Kirche zu bauen. Der Kirchenbezirk Lausitz und der Pfarrbezirk Cottbus der SELK unterstützen dieses Projekt der LKM aktiv.

Im August 2002 wurde die 150 Jahre alte Kirche neu eingeweiht, nachdem sie mit Hilfe vieler freiwilliger Kräfte aus der SELK, aus aus dem Ort Döbbrick und sogar aus dem Ausland saniert worden war.

Leipzig

In Leipzig arbeitet seit Ende 2006 Missionar Hugo Gevers unter Migranten, vorwiegend aus dem Iran.

Schon seit den 90er Jahren hatte der ehemalige LKM-Missionar Fritz-Adolf Häfner als Pfarrer der Leipziger Trinitatisgemeinde der SELK Kontakte zu Migranten geknüpft, die im Raum Leipzig in Asylanten-Unterkünften lebten. Aus dieser Arbeit sammelte sich innerhalb der Gemeinde eine Gruppe von Menschen mit Migrations-Hintgergrund. Diese Arbeit nahm einen größeren Umfang an. Als im Frühjahr 2007 Pfarrer Häfner in den Ruhestand ging, wurde in Absprache mit der SELK und der Gemeinde Missionar Hugo Gevers in die missionarische Arbeit entsandt. Gevers ist selbst Migrant: Er stammt aus Südafrika und hat dort in der Großstadt Durban unter indisch-stämmigen Menschen gearbeitet.

Anfang 2007 wurde für die missionarische Arbeit in Leipzig das Begegnungszentrum der LKM unter dem Namen „Die Brücke“ eroffnet – als Brücke zwischen Migranten und Einheimischen und als Brücke zum Evangelium. Dieses Begegnungszentrum zog im August 2012 in neue Räume in Leipzig-Volkmarsdorf um, einem vorwiegend von Migranten bewohnten Stadteil. Die gegenüber liegende, von ihrem landeskirchlichen Gemeindeverbund kaum noch genutzte St. Lukaskirche, wurde Ostermontag 2016 von der „Brücke“ gemeinsam mit der Leipziger St. Tinitatisgemeinde der SELK  in Dienst genommen. Nach einer Probephase soll im Sommer 2016 entschieden werden, ob die Kirche dauerhaft übernommen werden kann.

Seit dem Zustrom von Flüchtlingen im Herbst 2015 ist auch die Nachfrage nach Taufkursen und Hilfe im Alltag stark gestiegen.