Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Die Brücke“ und St. Trinitatisgemeinde: „Weihefest“ und Stadtteilfest in Leipzig

Bischof Voigt weihte wieder aufgefundenen Original-Altar der St. Lukaskirche. –

Leipzig, 26.6.2018 – selk/lkm – Am vergangenen Sonntag, dem Tag der Geburt Johannes des Täufers („Johannistag“) im Kirchenjahr, konnte die St. Trinitatisgemeinde Leipzig der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gemeinsam mit dem Missions-Stadteilprojekt „Die Brücke“ der LKM ein besonderes Fest feiern: den Abschluss der Innenrenovierung der neugotischen St. Lukaskirche, die die Gemeinde im letzten Jahr von der Landeskirche gekauft hatte. Der Innenraum der Kirche wurde nach Denkmalschutzvorgaben wiederhergestellt. Feuchtigkeit und Schwamm sowie weitere Bauschäden wurden beseitigt. Der Boden wurde vollkommen erneuert und mit nach historischem Vorbild angefertigten Fliesen belegt. Der Altarraum erhielt seine ursprüngliche reiche Bemalung, die fast ganz wiederhergestellt werden konnte. Neben der Ausmalung der Wände, bei der man sich an den unter einem schlichten Anstrich erhaltenen Resten der Original-Farbgestaltung orientierte, wurde auch der ursprüngliche Altar, der seit Mitte der 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts in Einzelteilen in Abstellräumen des Turms gelagert hatte, nach einer gründlichen Restaurierung wieder aufgestellt und geweiht. Die Orgel, die schon seit vielen Jahren nicht mehr bespielbar war, war ebenfalls in die Restaurierung einbezogen worden und begleitet nun wieder den Gemeindegesang.

Die große gottesdienstliche Gemeinde gedachte Johannes des Täufers, des Vorläufers von Jesus Christus, und auch der Weihe der Kirche vor 125 Jahren. Im Allgemeinen Kirchengebet dankte die Gemeinde Gott für alle Hilfe, alle Spenden und alle Unterstützung, benannte aber auch die Not vieler Christen, die gar kein Gotteshaus haben, sondern nur im Verborgenen und in Gefahr die Nähe Gottes suchen können. Am Gebet und den Lesungen beteiligten sich auch persische Gemeindeglieder in ihrer Muttersprache. Ein Sologesang des „Halleluja“ erklang in orientalischer Musikgestalt. Einen Eindruck gibt das Video unten in der Bildergalerie wieder.

Gemeindepfarrer Markus Fischer begrüßte dankbar die Kirchglieder aus Schwestergemeinden, die ihr so oft beigestanden hatten; es wurden auch viele weitere Gäste willkommen geheißen: Handwerker, die beim Bau beteiligt waren, Menschen, die früher in St. Lukas getauft, konfirmiert oder getraut wurden, Bewohner des Stadtteils Volkmarsdorf. Der Singchor und der Posaunenchor der St. Trinitatisgemeinde erhielten Verstärkung aus dem Kirchenbezirk und verliehen auf feierliche Art der Freude und Dankbarkeit Ausdruck.

Im Namen des Kirchenvorstands der St. Trinitatisgemeinde dankte Gewandhausdirektor Andreas Schulz, selbst Kirchenvorsteher der Gemeinde, allen, die an der Renovierung der Kirche beteiligt waren, insbesondere den Handwerksfirmen. Geschenke zum Dank überreichte er an Benjamin Rehle, der als Gemeindeglied und Fachmann die gesamte Renovierung mit großem Engagement koordiniert hatte.

Grußworte hörte die Gemeinde von Pfarrer James Krikava (Prag), dem Regionaldirektor für Eurasien der amerikanischen Schwesterkirche, der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode (LCMS), und von Pastor Martin Benhöfer (Bergen-Bleckmar) als Vertreter der Lutherischen Kirchenmission (LKM) der SELK. Sowohl die LCMS als auch die LKM fördern die Arbeit an der Lukaskirche und dem Stadtteil-Missionsprojekt „Die Brücke“ seit vielen Jahren sowohl durch die Entsendung von Personal als auch finanziell.

SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover), der den Altar weihte und auch die Predigt hielt, war tief beeindruckt von der Vollendung der Rekonstruktionsarbeiten an der St. Lukaskirche. „Ich hatte mit mindestens zehn Jahren schrittweiser Fertigstellung gerechnet und bin nun völlig überrascht von der Schönheit dieser Kirche.“ „Gott möge die Missionsarbeit in Leipzig weiter segnen.“, so Bischof Voigt weiter. Bis vor kurzem hatte die Gemeinde daran gezweifelt, dass die Renovierung so schnell würde fertiggestellt werden können. Noch zu Ostern war im Altarraum nur ein kleines Stück der freigelegten Bemalung sichtbar, die Wände zeigten noch die vorhanden Schäden am Verputz (siehe auch den Bericht mit Video vom Leipziger Passionsspiel).

Um Missionsarbeit ging es, als die St. Trinitatisgemeinde in den Stadtteil Volkmarsdorf zog, um zusammen mit dem dort schon seit einigen Jahren angesiedelten LKM-Missionsprojekt „Die Brücke“ verstärkt in dem sehr kinderreichen und sozial schwachen Gebiet zu arbeiten. Inzwischen wird „Die Brücke“ von allen Altersgruppen und Menschen mit verschiedensten Sprachen besucht. Das alles sollte auch am Johannistag und am Weihefest des Altars bedacht werden. Deshalb fand von 10 Uhr vormittags an auf dem Platz zwischen „Brücke“ und Lukaskirche ein Stadtteilfest statt. Es gab diverse Angebote: Malgruppen, Kunstausstellung von persischen Gemeindegliedern, Radtaxi, Tanzgruppe, Hüpfburg, Musik unter Leitung von Kim Bueltmann, diakonische Gemeindemitarbeiterin aus der LCMS in der „Brücke“, zusammen mit persischen Gemeindegliedern. Dazu gab es natürlich auch reichlich Kaffee und Kuchen. Besonders das Trommelprojekt von Simone Juppe wurde gern angenommen. Da fanden sich Menschen aus verschiedensten Nationen zwischen 5 und 93 Jahren ganz spontan zusammen und begleiteten den Rhythmus, der von der Anleiterin angegeben wurde, mit einem Trommelwirbel. „So einfach kann Völkerverständigung gehen!“, stellte LKM-Missionar Hugo Gevers fest.  

Eine Stunde vor Beginn des Festgottesdienstes in der Lukaskirche hatte Missionar Gevers eine 30 Meter lange Girlande um die Tore der Lukaskirche geschlungen. Damit wurde die Stadt eingeladen, sich in Zukunft nicht zu scheuen, über diese Schwelle zu gehen; zugleich wurde den Menschen der Stadt freudig mitgeteilt, dass die Gemeinde über die Schwelle der Lukaskirche hinaus zur Stadt gehen möchte.

Seit 2015 wird die Lukaskirche gemeinsam von der Leipziger St. Tinitatisgemeinde der SELK und dem Missionsprojekt „Die Brücke“ der Lutherischen Kirchenmission genutzt. 2017 erwarb die St. Trinitatisgemeinde die Kirche, die bis dahin zum landeskirchlichen Kirchspiel Leipzig-Sellershausen-Volkmarsdorf gehörte und nur noch wenig genutzt wurde. Mehr zur Geschichte der Kirche, auch welche Rolle sie in der friedlichen Revolution 1989 spielte, lesen Sie hier.

Fotogalerie:

Begrüßung durch Ortspfarrer Markus Fischer

 

Weihe des Altars durch Bischof Voigt und Pfarrer Fischer

 

Bischof Voigt hielt die Predigt.

 

Kirchenvorsteher Andreas Schulz dankt Benjamin Rehle …

 

… und überreicht zwei Hände voll Geschenke.

 

Ein Grußwort von Rev. James Krikava (LCMS/Prag), gedolmetscht von Missionar Hugo Gevers (rechts) …

 

… und ein weiteres Grußwort von Pfarrer Martin Benhöfer (LKM)

 

Der neue alte Altar.

 

Blick in den frisch renovierten Chorraum mit dem wieder hergestellten Altar. Zwei Felder im Gewölbe sind noch nicht fertiggestellt. Dort warten noch zwei gemalte Engel darauf, wieder im alten Glanz zu leuchten.

 

Blick zur Orgelempore. Die Orgel wurde renoviert und auch die Ausmalung des Hintergrunds wurde nach historischer Vorlage erneuert.

 

Ein Ausschnitt des Halleluja auf Farsi

„Lob, Ehr und Preis sei Gott …“ – Die letzte Strophe des Schlusschorals „Nun danket alle Gott“

 

Bericht nach selk-news bearbeitet von Martin Benhöfer (nach Textvorlagen von Markus Fischer, Hugo Gevers und Martin Benhöfer)
Fotos und Videos: Martin Benhöfer im Auftrag der LKM

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