Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

Deutscher Butterkuchen trifft „Ein Feste Burg“ auf Türkisch

Traditionelles Bleckmarer Missionsfest mit Einblick in sehr verschiedene Missions-Welten:

„Einfach mitsingen“ lautete die Devise, als Ari Salminen, finnischer Dolmetscher aus Istanbul, den türkischen Text von Luthers Lied an der Leinwand in der Missionshauskapelle zeigte und mit kräftiger Stimme loslegte, unterstützt von seiner Ehefrau, die ebenfalls mitgekommen war. So – in etwa – mag es also klingen, wenn sich in Istanbul die Lutherische Gemeinde versammelt, die von Ari Salminen und einigen anderen Christen dort 2005 gegründet wurde, kanpp 200 Jahre, nachdem Schweden die ersten lutherischen Pfarrer ins damalige Konstantinopel gesandt hatte. Gottesdienst in der Landessprache – das ist ja gute lutherische Tradition. Lutherische Liturgie und Lieder auf Türkisch jedoch haben für mitteleuropäische Ohren bisher noch einen etwas exotischen Klang.

Während Ari Salminen vor 30 Zuhörern in der Missionshaus-Kapelle aus Istanbul berichtete, prasentierte nebenan in der St. Johanniskirche der zweite Referent des Festes, Rev. Matthew Heise, die Arbeit der Lutheran Heritage Foundation (LHF). Diese Stiftung hat die Aufgabe, weltweit gute lutherische Literatur zum Christlichen Glauben herauszugeben und zu verschenken. Matthew Heise leitet die LHF und konnte so aus erster Hand berichten, wie diese Bücher-Mission schon Literatur in bisher 88 Sprachen veröffentlicht hat. Dies reicht von biblischen Geschichten für Kinder in Vietnam bis zum Konkordienbuch (den lutherischen Bekenntnisschriften) auf Amharisch für Pfarrer in Äthiopien oder Luthers Katechismus auf Farsi für Flüchtlinge aus dem Iran.

Nach der Mittagspause berichtete Missionsdirektor Roger Zieger von seiner gerade beendeten Dienstreise ins südliche Afrika: von beglückenden Erfahrungen beim Kennenlernen einer wachsenden Lutherischen Kirche in Mosambik, erfreulichen Begegnungen in Südafrika, aber auch vom, so Zieger, „Desaster“ in Botswana. Dort hatte die Partnerkirche, die Lutherische Kirche im südlichen Afrika (LCSA)  – nach vielen Problemen in der Zusammenarbeit der Pfarrerschaft und des Diözesanrates sowohl mit der LKM als auch mit der Kirchenleitung der LCSA – drei von vier Pfarrern, die zugleich als Missionare bei der Mission of Lutheran Churches/MLC ( = LKM in Botswana) angestellt waren, nach Südafrika versetzt. Dies, zusammen mit der notwendig gewordenen Kündigung des Deans (Superintendenten) durch MLC , führte zum abrupten Ende des Engangements der LKM in Botswana. Dies geschah jedoch im Einvernehmen mit der Kirchenleitung der LCSA.

Etwa 180 Gäste, vorwiegend aus Niedersachsen, waren der Einladung zum diesjährigen Bleckmarer Missionsfest am 12. Juli gefolgt. Wenn auch der Gottesdienst nach 15 Minuten vom Freien in die Kirche verlegt werden musste, da es zu regnen begann, tat das der guten Stimmung keinen Abbruch. Auch das veränderte Konzept fand Anklang: Vor-  und nachmittags hielten die Gast-Referenten ihre Vorträge in Kapelle und Kirche gleichzeitig, so dass man sich aussuchen konnte, welchen Vortrag man jeweils vormittags oder nachmittags hören wollte.

Wie in den vergangenen Jahren wurden Briefmarken und Halsketten für „einen guten Zweck“ (die LKM) angeboten. Neu war in diesem Jahr ein Zelt auf dem Freigelände, in dem über die Lanka Lutherische Kirche informiert wurde, die von der LKM bei der Beschaffung von Bibeln für Tee-Arbeiter unterstützt wird. Handgenähte Taschen und Babysachen konnten dort zu Gunsten dieser Lutherischen Kirche erworben werden.  – Das nächste Bleckmarer Missionsfest ist für den 10. Juli 2016 geplant. Sehr wahrscheinlich wieder mit ausreichend Butterkuchen. Ob wieder auf Türkisch gesungen wird, steht noch nicht fest.

Bildergalerie vom Missionsfest

(Fotos: Martin Benhöfer, (C) LKM)

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