Lutherische Kirchenmission

Bleckmarer Mission

„Beinarbeit“ für die Mission – Missionskollegium der Lutherischen Kirchemission (LKM) tagte in Bleckmar

Zur „Beinarbeit“ – um die „Beine der Kirche fit zu halten“ ermunterte Sitzungspräses Hermann Borchers (Farven) die Mitglieder des Missionskollegiums, das am 12. und 13. März in Bergen-Bleckmar (Kreis Celle) seine Jahrestagung hielt. Borchers benannte es in seiner Begrüßung als wichtige Aufgabe, mit dieser „Beinarbeit“ die Anliegen der Mission in die Gemeinden hineinzutragen und die Mission im Gebet mitzutragen. Er betonte, dass gerade ein Wunder geschähe: Menschen aus dem Orient kämen in Deutschland zum Glauben – und auch immer wieder Menschen in Afrika.

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Missionsdirektor Zieger (l) und Sitzungspräses Hermann Borchers (vorn)

Missionsdirektor Roger Zieger nahm die Anwesenden in seinem Jahresbericht mit auf eine Reise durch die gesamten derzeitigen Aufgabenfelder der LKM und schloss mit drei Fragen, aus denen er Denkanstöße ableitete:

„1. Wie geht unsere Mission, wie unsere Kirche mit „Wachstumschancen“ um? – An mindestens drei Stellen erleben wir seit einiger Zeit ein explosionsartiges Wachstum unserer Arbeit unter Migranten. Die Missionare und Pastoren, die Gemeindeglieder sind nun mit Lebensgeschichten, Zukunftsperspektiven und Erwartungen konfrontiert, die manchmal schwer zu verarbeiten sind. Was ist machbar? Was wollen wir? Was ist unsere Mission? Die Arbeit mit Migranten ist eine Wachstumschance, keine Frage, aber was ist Wachstum? Sicher ist, dass Wachstum sich nicht auf die Gemeindestatistik beschränkt. Deutlich ist auch, dass unsere Mission, unsere Kirche und Gemeinden sehen müssen, für welche Aufgaben Gott sie zugerüstet hat.

2. Wo ist unser Platz in der Mission Gottes? Ist es nicht interessant, dass Migranten, junge, gut gebildete Menschen, eine Heimat in unseren doch eher traditionellen Gottesdiensten finden, die von manchen genetischen Lutheranern als Verstaubt gesehen werden? Ist es nicht paradox, dass wir mit soviel „Erfolg“ in Bereichen wie Asylrecht und Betreuung von Jugendlichen aus dem „Präkariat“ arbeiten, für die wir eigentlich nicht ausgebildet sind, dass wir hier die Chance bekommen Christus in Wort und Tat zu bezeugen? Seltsam vielleicht, aber der Platz an den Gott uns gestellt hat. [ … ] Wo ist unser Platz? Überall, wo Gott zu den Menschen kommen will: In Deutschland, in Afrika, überall.

3. Woher kommen die Mittel ihn einzunehmen? – Von Gott. Er hat uns an diesem Platz gestellt, er gibt uns die Mittel die wir brauchen: Menschen, Ideen, Mittel.“

(Der vollständige Bericht kann bei der LKM (05051-986911 / lkm[at]selk.de) angefordert werden.)Bild

Bischof Voigt (l) und andere interessierte Zuhörer

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Missionar Christoph Weber

Christoph Weber, Missionar und Repräsentant der LKM in Südafrika,a berichtete aus seiner Arbeit und präsentierte dem Missionskollegium eine Arbeit im Wandel. Durch Flüchtlings- und Wanderungsbewegungen innerhalb Afrikas seien nicht nur die traditionellen Volksgruppen Südafrikas im Fokus der Mission und der kirchlichen Zusammenarbeit, sondern beispielsweise auch Kongolesen und Äthiopier. Etwa 25.000 Angehörige der äthiopischen lutherischen Mekane-Yesus-Kirche lebten in Südafrika, die von einem Missionar aus Äthiopien gesammelt und in eine Assoziation zur Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (LCSA) geführt werden sollten. Zur Zeit habe Weber sogar – ungewohnterweise – einen Vikar aus Liberia, der besser Französisch als Zulu spreche.

Das Missionskollegium beschloss zwei Anträge, nach denen der Missionsdirektor wieder Sitz und Stimme sowohl im Kollegium der Superintendenten als auch auf der Kirchensynode erhalten solle.

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Gottesdienst

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oben: Festgottesdienst in der Kapelle, Missionsdirektor Zieger predigte; unten: Vortrag von Missionar Christian Tiedemann

Nach einem festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle des Missionshauses berichtete Missionar Christian Tiedemann am Abend von seiner Arbeit in der englischsprachigen Gemeinde „Our Saviour“ („Unser Retter“) in Wartburg (Südafrika), in der er seit 2008 tätig ist. Nach dem Ende seines Dienstes für die LKM zum 31.12.2014 plant die deutschsprachige „Muttergemeinde“ Kirchdorf, diese Arbeit mit einem noch zu berufenden zweiten Gemeindepfarrer fortzusetzen.

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Rechnungsführer Helmut Meyer stellte Bilanz und Haushaltsplan vor

Der zweite Sitzungstag stand im Zeichen der Bilanz 2013 und des Haushaltsplans 2014. Rechnungsführer Helmut Meyer stellte beide Zahlenwerke vor, die beide jeweils etwa 1,25 Millionen Euro auswiesen. Durch die Güte Gottes konnte der Haushalt des vergangenen Jahres mit einem leichten Überschuss von 2.000 Euro abeschlossen werden. Dafür musste sogar weniger aus dem Pensionsfonds entnommen werden als ursprünglich geplant. Meyer wies darauf hin, dass der Haushaltsplan 2014 nur zu erfüllen sei, wenn wieder ausreichend „Allgemeine Gaben“ eingingen. Deren Höhe schwankte aber in den vergangenen Jahren um bis zu 70.000 Euro pro Jahr, so dass eine präzise Planung schwierig sei.

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Superintendent Michael Voigt leitete die Sitzung am zweiten Tag.

Das Missionskollegium, das in der Regel einmal jährlich tagt, ist die Vereinsversammlung der LKM. Zu ihm gehören der Bischof der SELK, die Mitglieder der Missionsleitung (der Vorstand) sowie die Missionsbeauftragten und die Superintendenten der Kirchenbezirke der SELK. mb

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