Kühl-LKW in Berlin-Marzahn abgebrannt - diakonische Arbeit steht auf der Kippe

In der Nacht zum 7. September ist einer der beiden Lebensmittel-LKWs der Missionsgemeinde vollständig ausgebrannt. Der Spezial-Kühl-LKW war nachts an einer vielbefahrenen öffentlichen Straße in Berlin geparkt.

Seit mehreren Jahren sammeln mit diesem Auto 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in Berlin-Marzahn in Kooperation mit der Berliner Tafel und dem Rundfunksender RBB überzählige Lebensmittel bei Supermärkten und Kaufhallen ein. Täglich kommen so mehrere Tonnen an Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukten zusammen, die wöchentlich in den Räumen der Missionsgemeinde an Hunderte Bedürftige verschenkt werden.

Am frühen Morgen des 7. September wurde Missionar Neigenfind von der Polizei und der Feuerwehr an den Brandort gerufen. Zusammen mit einigen ehrenamtlichen Helfern stand er geschockt vor einem qualmenden, nach verschmolzenem Plastik und verbanntem Gummi stinkenden, in sich zusammengesunkenen verrußten Autowrack, das mit Löschschaum überzogen war. Die Feuerwehr hatte den Ladekoffer mit einer Motorkette aufgesägt, um auch das Innere des lodernden Fahrzeugs löschen zu können. Die Brandermittler des Landeskriminalamtes konnten noch keine eindeutige Ursache des Brandes feststellen. Möglich ist ein Anschlag von Gegnern des Lebensmittel-Projektes oder der Gemeinde. Aber auch ein technisches Versagen wird nicht ausgeschlossen. Besonders ärgerlich ist, dass an dem abgebrannten LKW noch Ende August umfangreiche Reparaturen vorgenommen worden sind. Die eben an die Werkstatt überwiesenen 6.000 € sind nun mit dem Fahrzeug in Rauch aufgegangen.

Die ehrenamtlichen Helfer können die diakonische und missionarische Arbeit nun plötzlich nicht mehr fortführen, weil das Geld für einen neuen LKW fehlt.

Natürlich war das Auto versichert. Aber da der LKW nicht Eigentum der Gemeinde war, sondern bei einer Bank geleast wurde, wird die Vollkaskoversicherung ausschließlich die ausstehenden Ansprüche der Bank befriedigen. Die Helfer von LAIB UND SEELE erhalten nichts von der Versicherungsumme. Auto, Leasingvertrag und Versicherung haben sich völlig in schwarzen Rauch aufgelöst.

Wie soll es weitergehen?
Es gibt drei Möglichkeiten:

1. Das Projekt LAIB UND SEELE in Marzahn wird zum Jahresende beendet und aufgelöst, da kein Auto mehr für die Abholung und Auslieferung der Lebensmittel zur Verfügung steht. Das würde einen sehr schmerzlichen Einschnitt für die hilfsbedürftigen Bürger und ehrenamtlichen Helfer in der Missionsgemeinde Marzahn bedeuten.

2. Das Projekt könnte alternativ einen gebrauchten Kühl-LKW kaufen. In der vergangenen Woche haben die hilfsbedürftigen Bürger in Marzahn dafür schon spontan 70 € gesammelt. Es fehlen aber noch knapp 70.000 € für einen möglichen Kauf.

3. Das Projekt könnte auch wieder einen neuen LKW leasen, wofür ein Startbetrag von etwa 30.000 € benötigt würde.

Wöchentlich müssen im Moment etwa 700 € ausgegeben werden, nur um für eine Übergangszeit einen LKW zu mieten.

Missionar Neigenfind bittet nun im Namen der Bedürftigen und der ehrenamtlichen Helfern um Spenden, damit ein neuer LKW angeschafft werden kann.

Der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Hans-Jörg Voigt, die Bundestagsvizepräsidentin, Petra Pau, in deren Wahlkreis die weit über Marzahn hinaus bekannte Gemeinde liegt, die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, die Vorsitzende der Berliner Tafel e.V., Sabine Werth, Missionsdirektor Markus Nietzke für die Lutherische Kichenmission (LKM), Diakoniedirektor Bischof em. Dr. D. Roth für das Diakonische Werk der SELK und Superintendent Roger Zieger für den Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg unterstützen diesen Spendenaufruf. Ebenso haben Freunde der Lutherischen Kirchenmission sich bei Mitgliedern der Missionsleitung gemeldet: Durch E-Mail, über Facebook und Telefon wurde angefragt, wie geholfen werden kann. Am ehesten kann dies durch eine Spende geschehen, worum die Unterstützer auch herzlich bitten.

Spenden können unter dem Stichwort "LKW Marzahn" auf das Konto der LKM überwiesen werden. Sie können dafür das Spendenformular hinter dem Sparschwein in der Spalte rechts benutzen.